Hersteller / Marke: The Vegetarian Butcher
The Vegetarian Butcher: Gehacktbal
21. Juli 2021
Die Gehacktbal von The Vegetarian Butcher gibt es nur in den Niederlanden. Die Frikadellen auf Sojabasis - hier im Test.
Gehacktbal

Bei meinem letzten Besuch in den Niederlanden fand ich in der Kühlabteilung der Supermarktkette Albert Heijn viele Produkte des Herstellers „The Vegetarian Butcher“. Noch schöner: alle Produkte waren im Preis herabgesetzt. Dennoch habe ich nur eine Packung Gehacktbal gekauft, um sie direkt testen zu können. Die beiden Frikadellen sind in einer verschweißten Plastikschale gebettet – umhüllt von einem kleinen Papp-Mäntelchen, auf dem die wichtigsten Produktinformationen stehen.

Die Plastik-Umverpackung scheint State-of-the-Art für Fleischersatz-Produkte aus der Kühlung zu sein – das sieht man so (zum Teil mit Aufklebern) auch bei den anderen Herstellern. Für die beiden Veggie-Frikos mit einem Gesamtgewicht von 180 Gramm werden je nach Anbieter um die 3,50 Euro verlangt. Und wohlbemerkt: die Gehacktbal gibt es hierzulande nicht – nur in den Niederlanden!

Hierzulande bietet The Vegetarian Butcher aktuell die veganen Beflügel-Nuggets (kein Tippfehler, die Produkte heißen wirklich so!), Hick-Hack-Hurra, Chickeriki-Streifen und die Sieht-Chick-Aus-Burger sowie die vegetarischen Ohne-Hick-Hack-Bällchen, Wie’n Schnitzel und den Hack-Selig-Burger. Letzterer bildet sehr wahrscheinlich die Basis für den Veggie-Burger bei Burger-King. Doch dazu mehr – im nächsten Absatz!

 

Fleischersatz aus den Niederlanden

Als Tocher vom Food-Giganten Unilever ist der Vegetarian Butcher ein plantbased-Meat-Hersteller mit Wurzeln und Produktionsstätten in den Niederlanden. So verwundert es auch nicht, dass Produkte des vegetarischen Schlachters durch die entsprechenden Kapazitäten auch bei den pflanzenbasierten Produkten der Fastfood-Kette Burger King zu finden sind: Sowohl hinter dem plantbased Whopper (ehemals Rebel-Whopper) als auch in den plantbased Nuggets steckt der Veggie-Butcher.

Bevor ich mit der Beschreibung der Zubereitung beginne, muss ich kurz ein wenig Ausholen. Die Gehacktbal vom vegetarischen Fleischer waren die Initialzündung für den Start dieses Foodblogs. Ich stand dort in dem niederländischen Supermarkt und gefühlt plötzlich in einem Eldorado der alternativen Fleischersatz Produkte. Eine schier unerfassbare Menge an Produkten hat mich quasi erschlagen, da ich die Abteilungen in den Supermärkten hierzulande noch immer als – naja größtenteils überschaubar – beschreiben würde.

Ich stand also da und wie immer überlegte ich, was ich denn schon kenne, was nicht und was eventuell lohnenswert wäre zu kaufen. Und meine Wahl fiel auf dieses Paket von Frikos, Frikas, Frikadunsen, Buletten oder meinetwegen Fleischpflanzerl. Und da ich an diesem Tag zwar schon eine Idee für diese Webseite – allerdings weder Konzept noch irgendetwas hatte – fuhr ich nach Hause und bereitete die Frikos zu. Ohne auch nur ansatzweise einen Blick auf die Zubereitungsempfehlung des Herstellers zu werfen. Denn mal ganz ehrlich? Wer braucht schon eine Anleitung, um Frikadellen aufzuwärmen? Zugegeben, viel zu unbedarft gehe ich an die Sache.

Zubereitung der Frikadellen

Die Kunststoffverpackung ist einfach zu öffnen – und ebenso leicht wandern die beiden Frikadellen in der beschichteten und leicht eingeölten Pfanne. Die beiden Frikos bruzzeln vor sich hin, Röstaromen machen sich breit. Und nach und nach verwandeln sich die beiden Veggie-Klöße in ansehnliche Fleischersatz-Buletten. Was der engagierte Halbtags-Flexitatier an dieser Stelle noch nicht weiß, ist die Tatsache, dass Niederländer ihre Frikos offensichtlich doch anders zubereiten als hierzulande üblich. Weiter unten… mehr!

Geschmack

Rein äußerlich sind die Gehacktbal von The Vegetarian Butcher schon echt nah dran am Original. Doch erst aufgeschnitten entpuppt sich zumindest optisch der Kern:

OK, das sieht aus wie eine ehrliche Frikadelle aus der Pommesbude nebenan. Ich meine sogar kleine Zwiebelstücke entdecken zu können. Das Ganze riecht angenehm – aber sehr dezent. Der erste Biss… ja, fühlt sich an wie eine Friko, die Textur geht klar, auch das Kaugefühl ist authentisch, aber insgesamt das Vergnügen so dröge wie ein Flachwitz.  Aber was ist mit dem Geschmack? Hier fehlt ganz klar das fleischige – und warum zum Geier haben die beiden Frikos einen so verdammt süßen Abgang???

So lautet dann auch mein erstes Fazit: Nope. Viel zu süß. Geht in der Blindverkostung vielleicht als wenig gesüßtes, warmes Teegebäck durch – mehr aber nicht. Selbst die Hinzugabe von Senf kann hier nicht viel reißen, da die gesamte Frikadelle einfach nur viel zu süß schmeckt.

Gehacktbal: Auf die Zubereitung kommt’s an

Als mein Blick dann doch auf die Verpackungsrückseite fällt, wird mir einiges klar… Also ich wusste nicht, dass man Frikadellen auch in Brühe oder Soße kocht. Hatte ich so weder erwartet noch schon einmal gegessen. Doch die Zubereitungsanleitung belehrt mich eines Besseren:

Tatsächlich soll man die Frikadunsen nicht einfach profan in die Bratpfanne werfen – sondern 15 Minuten in einer Soße oder Brühe bei geschlossenem Deckel vor sich hin köcheln lassen. Das würde zwei Dinge klären: warum die beiden Kloppse so staubtrocken waren und den süßen Geschmack. Hier wird es also in nächster Zeit einen Teil zwo geben, in dem ich dann in einer Soße entsprechend den Angaben zubereite…

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Ein Blick auf die Angaben des Herstellers bezüglich der Inhaltsstoffe: Bei den Gehacktbal vom Vegetarian Butcher kommt 70% texturiertes Soja als Hauptbestandteil zum Einsatz. Darüber hinaus finden wir unter anderem Palmöl, Zwiebeln, Eiweiß (von freilaufenden Hühnern), Kartoffelstärke, Tomatenmark, Salz, Knoblauch, Kräuter etc. auf der Inhaltsliste des Produkts. EINE Bulette bringt es auf 231 kcal bei 14g Fett, 7,7g Kohlenhydrate sowie 4,7g Ballaststoffe, 17g Eiweiß und zu guter Letzt 1,8g Salz. Das Produkt kann Spuren von Nüssen, Erdnüssen und Milch enthalten.

Fazit

Für den typischen Einsatz als Frikadelle ist das Produkt nicht wirklich geeignet: Nach dem Braten ist der Klops so trocken, dass selbst das Tunken in Ketchup oder Senf kaum hilft. Zudem sind die Gehaktbal vom niederländischen Butcher sehr süß im Geschmack. Wenn man jedoch der Zubereitungsempfehlung des Herstellers folgt, könnte in der Tat ein Schuh daraus werden: Frikadellen in brauner Soße sind ja auch nicht zu verachten, daher wird es zu den Gehaktbal einen zweiten Teil geben, sobald ich wieder auf Einkaufstour in den Niederlanden war!

 

Produkt:

The Vegetarian Butcher: Gehacktbal

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Geruch

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Geschmack

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Textur / Haptik

Preis:

3,50 €

Menge:

180 g

Grundpreis:

19,44 € / kg

Check-Ergebnis: